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Einfluss von Projektmanagementmethoden auf den Erfolg von IT-Projekten im öffentlichen Sektor




Muhammad Azam Zia, DBA

Team-Manager Projektleitung

Doctor of Business Administration, Business Science Institute

(Doktorvater: Prof. Dr. L. Martin Cloutier)




Pr. Martin CLOUTIER

Ecole des Sciences de la Gestion (ESG)

Université du Québec à Montréal (UQAM)

Business Sciences Institute


 


Einleitung


Durch diese Forschungsarbeit wollte ich Antworten auf die folgenden Fragen finden: Was denken Projektleiter über den Einfluss, den Projektmanagement-Methoden (PMM) auf Projekte der Informatik bzw. der Informationstechnologie (IT) haben, die innerhalb von staatlichen Behörden durchgeführt werden? Was stellen sich erfahrene Verantwortliche von Informatikprojekten unter PMM vor bzw. wie nehmen sie sie wahr? Was sind die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale, die innerhalb der zentralen PMM identifiziert wurden und die verwertbar sind in dem Sinne, als dass sie die Leistungsfähigkeit von IT-Projekten in staatlichen Behörden verbessern könnten? Und ganz allgemein, wie können die Verantwortlichen von Informatikprojekten in staatlichen Behörden die Erfolgsquoten dieser Investitionsvorhaben verbessern?


Impakte und Hauptergebnisse der Forschungsarbeit


Trotz ihrer steigenden Verwendung fehlt es an Wissen über die Schlagkraft der PMM bei Informatikprojekten in staatlichen Behörden. Um diese Lücke zu schließen, wurden zwei Aspekte untersucht. Zunächst wurden die Konzeptualisierungen der für Informatikprojekte verantwortlichen Personen eingeschätzt, um die einzigartige, aber zu den PMM-Konfigurationen in den Informatikprojekten, die in staatlichen Behörden durchgeführt wurden, komplementäre Artikulierung zu verstehen. Die sich daraus ergebende Concept-Map stellt eine Artikulation von neun Gruppierungen dar, so wie sie von den Leitern von Informatikprojekten in staatlichen Behörden dargestellt wurden: Überwachung und Kontrolle; Risikomanagement; menschliche Fähigkeiten; Zusammenarbeit, Partnerschaft und Kooperation; Veränderungsmanagement; Projektführung; Erreichung der Projektziele; Prozessverwaltung; und Kompetenzen des Projektleiters.


Diese Ergebnisse in ihrer Gesamtheit liefern wertvolle Informationen über die Art und Weise, in der die Leistungsfähigkeit der Informatikprojekte in diesem Kontext verbessert werden kann. Weiterhin ergab sich eine Abschätzung der wahrnehmungsgebundenen Maßnahmen für jede der PMM der Gruppierungen auf der Concept-Map im Hinblick auf (1) ihre Wichtigkeit für die Leistungsfähigkeit des Projekts und (2) ihre Umsetzbarkeit in IT-Projekten in staatlichen Behörden. Die wichtigsten Empfehlungen für das Management umfassen:


  • Es sollte in Mittel investiert werden, die das Management des Lebenszyklus von Informatikprojekten automatisieren, um den Mehrwert für die staatlichen Behörden zu erhöhen. Die Notwendigkeit, PMM für Informatikprojekte in staatlichen Behörden zu verwenden, wurde von den Befragten sehr häufig genannt, und deren Automatisierung würde den Informatik-Verantwortlichen eine hervorragende Gelegenheit geben, die investierten Werte dank der systematischen, wiederholbaren und strukturierten Prozesse des softwaregestützten Projektmanagements zu nutzen.

  • Die Effizienz der Informatikprojekt-Teams sollte gesteigert werden, um die derzeitige und zukünftige Leistungsfähigkeit der Projekte zu verbessern. Der unterschwellige menschliche Faktor der PMM ist ein Schlüsselelement, das mit ihnen verknüpft ist, und der von den Projektleitern ebenso wie die Kollaboration, die Kommunikation und das Engagement der beteiligten Parteien beherrscht werden sollte. Diese Dimensionen sind ausschlaggebend, um die Effizienz der Informatikprojekt-Teams in staatlichen Behörden zu erhöhen.

  • Die Überwachungs- und Kontrollmechanismen von Informatikprojekten sollte verbessert werden. Da das Risikomanagement auf die stetige Kontrolle der Projektergebnisse ausgerichtet ist, stellt sie das angemessene Mittel dar, das Weiterkommen der Projekte zu verbessern und die anvisierten Ziele zu erreichen.

  • Das Veränderungsmanagement sollte durch die Kollaboration und das Engagements der beteiligten Parteien erfolgen. Eine Arbeitsgruppe könnte von der bestehenden Projektleitung ausgehend geschult werden, wodurch sich eine direkte Unterstützung der Projektleiter ergäbe, indem ein Raum zum Austausch innerhalb einer Koalition von einflussreichen beteiligten Partnern geschaffen würde, und dies von der Planungsphase an.


Konzeptuelle Forschungsgrundlagen


Die im Laufe der Forschungsarbeit erworbenen Kenntnisse basieren auf dem Konzept der verstärkenden und ausgleichenden Rückkopplungsschleifen der Systemdynamik, mit deren Hilfe die Verflechtungen der PMM, so wie sie die Vorstellungen der Projektverantwortlichen aufgezeigt haben, bildlich dargestellt werden konnten. Dadurch können auf konzeptuelle und bildhafte Weise die Tragweite sowie die räumlichen Konfigurationen der von den Verantwortlichen von Informatikprojekten im Umfeld von staatlichen Behörden verwendeten PMM gezeigt werden. Diese Forschungsarbeit wurde im Bereich der Projektleitung durchgeführt, die sich nun ihrerseits darum bemüht, eine auf den theoretischen Grundlagen aufbauende eigene Praxis zu entwickeln, die in der Kenntnis der Fachrichtung der Informationssysteme verankert ist, die der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit zugrunde liegt. Diese Arbeit verwendet absichtlich die Vorstellungen und Wahrnehmungen von erfahrenen und in staatlichen Behörden arbeitenden IT-Projektleitern, um das Verständnis der Rolle, die PMM in einer Systemganzheit spielen, zu verbessern.


Forschungsmethoden


Der in dieser wissenschaftlichen Arbeit verwendete methodologische Rahmen basiert auf dem Konzept der Concept-Map, auf Deutsch Begriffslandschaft, einem systemischen und integrierten Ansatz, dem gemischte Methoden (qualitativ, multivariante Statistiken) zugrunde liegen. Die Concept-Map verwendet einen schrittweisen Prozess: Vorbereitung des Ansatzes; Ideenbildung; Strukturierung der Elemente; Analyse der Concept-Maps; Interpretation der Ergebnisse; und die Verwendung und Mobilisierung. Der Concept-Map-Ansatz wurde mit erfahrenen IT-Projektleitern, die in staatlichen Behörden arbeiten, durchgeführt. 23 Befragte nahmen an halbstrukturierten Interviews teil, in denen ihre Ideen erfasst wurden, und 44 Befragte sortierten und bewerteten die Elemente in der Strukturierungsphase. So ermöglichte es die Concept-Map einer Gruppe von erfahrenen IT-Projektleitern in staatlichen Behörden, einen ersten gemeinsamen und gemeinsam nutzbaren konzeptuellen Rahmen zu erstellen, um die PMM zu beschreiben und zu organisieren, wobei ein rigoroser methodologischer Rahmen eingehalten wurde, der durch eine systematische Literaturdurchsicht begleitet wurde, die auf den Ergebnissen der Concept-Map beruhte, um die Interpretation und die Formulierung von Empfehlungen für das Management zu unterstützen.


Die Meinung der Professoren


Frau Prof. Missonier erklärt, dass es sich um eine Doktorarbeit von großer Tragweite handelt, die darauf abzielt, die Vorstellungen und Wahrnehmungen, die Projektleiter vom Impakt der PPM auf die Informatikprojekte in staatlichen Behörden haben, zu verstehen (Prof. Missonier, Berichterstatterin).


Frau Prof. Pallud hebt hervor, dass das Thema der Doktorarbeit ein Interesse sowohl aus akademischer Sicht als auch für das Management darstellt, da sie identifiziert, was die Projektleiter, die Verantwortlichen für die Verwaltung von Informatikprojekten, als die Faktoren beschreiben, die den Impakt der PMM auf die Informatikprojekte in staatlichen Behörden bewirken, und da ein strenger methodologischer Rahmen entwickelt wurde, der auf einer strukturierten Literaturrecherche und einer Concept-Map beruht (erzeugte und bildlich dargestellte Statistiken) (Prof. Pallud, Berichterstatterin).


Zur Vertiefung


  • Almohaimeed, A. H., Ahmad, S., & Siddiqui, J. (2021). Project management practices in government sector IT projects: a case study of Saudi Arabia. International Journal of Information Technology Project Management, 12(2), 23–38. https://doi.org/10.4018/ijitpm.2021040102

  • Cloutier, L.M., Larivière, D., & Tremblay, G. (2019). Field-oriented contextualization of the Group Concept Mapping method: illustrations in the health sector in France; and Canada, The United States and The United Kingdom. In F. Chevalier, L.M. Cloutier, & N. Mitev (Eds.). Research Methods for the DBA (pp. 527–553). Editions EMS.

  • Locatelli, G., Ika, L., Drouin, N., Müller, R., Huemann, M., Söderlund, J., Geraldi, J., & Clegg, S. (2023). A Manifesto for project management research. European Management Review, 20(1), 3–17. https://doi.org/10.1111/emre.12568

  • Patanakul, P., Kwak, Y. H., Zwikael, O., & Liu, M. (2016). What impacts the performance of large-scale government projects? International Journal of Project Management, 34(3), 452–466. https://doi.org/10.1016/j.ijproman.2015.12.001

  • Project Management Institute (PMI). (2022). Pulse of the Profession® 2022. PMI. https://www.pmi.org/-/media/pmi/documents/public/pdf/learning/thought-leadership/pulse/pulse-of-the-profession-2022.pdf



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