top of page

Der induktive Top-down Ansatz zur Theoriebildung als interdisziplinäre Forschungsmethode



Carol Ann Aebi-Kiefer

Doktor DBA, Business Science Institute


 

Einleitung


Die Erstellung eines Forschungsplans, der eine Auseinandersetzung mit interdisziplinären Forschungsthemen ermöglicht, kann eine Herausforderung für Wissenschaftler darstellen. Dieser Artikel stellt ein Beispiel für eine wissenschaftliche Arbeit im Rahmen eines DBA dar, die den relativ unbekannten induktiven Top-down Ansatz zur Theoriebildung (engl. Inductive Top-down Theorizing Approach, ITDTA) verwendet, um ein konzeptuelles Modell für ein stimergisches Netz von Informationssystemen für Sozialverträglichkeit (engl. Stigmergic Information System Network for Social Sustainability) zu erstellen. Dieses Modell ist ein Leitfaden für die Einführung von Technologien, die im Einklang mit den Erwartungen der Gesellschaft im Hinblick auf soziale Werte interagieren, handeln und denken werden. Dieses Modell profitiert vom neuen Phänomen des skaleninvarianten Technologievertriebs (engl. scale-free distributed technology). Es ist so strukturiert, dass es eine vorausschauende und sinnvolle Analyse erstellt, um negative soziale Auswirkungen zu minimieren. Selbstorganisierende stigmergische Prozesse werden zur Datenerfassung und Informationsverdichtung eingesetzt, um Entscheidungsträger zu Maßnahmen hinzuführen, die soziale Probleme lösen.


Forschungsimpakte


Die Anzahl an Forschungsthemen von systembedingter dynamischer Komplexität, die technologische Intelligenz und Analyse erfordern, wird in unserer Zeit der künstlichen Intelligenz zunehmen. Das Sammeln von Erfahrung und die Entwicklung von Methoden und Ansätzen, die innerhalb der Paradigmen oder über deren Grenzen hinweg Entdeckungen erleichtern, wenn die vorhandene Literatur umfassend und komplex ist, stellt ein wesentliches Ergebnis mit akademischem Einfluss dar.


Die Verwendung dieses Ansatzes führte zu einer Forschungsarbeit, die das Dilemma der Daten zur Bewertung des sozialen Werts und der sozialen Auswirkung im Paradox des Wandels, der Flusses und der Transformation wissenschaftlich untersucht, wobei das neue Phänomen der Theorien und der Modelle des skaleninvarianten Technologievertriebs berücksichtigt wurde. Diese komplexen Ideen wurden vereinfacht und miteinander verknüpft, um daraus Sinn und Orientierung abzuleiten und konzeptuelle Elemente zu konstruieren.


Die konzeptuelle Modellierung treibt die praktischen Diskussionen über technische Entwicklungen an mit dem Ziel, das Sammeln, gemeinsame Nutzen und automatische Kommunizieren von Daten zur sozialen Verantwortung durch Entwickler, Informatiker, Handelnde der Sozialverträglichkeit, Geschäftsführer und politische Entscheidungsträger zu koordinieren und zu erleichtern.


Ein in Zukunft implementiertes stimergisches Netz von Informationssystemen für Daten der Sozialverträglichkeit würde Unternehmen mehr Möglichkeiten schaffen, ihre Tätigkeiten mit sozialen Werten in Einklang zu bringen. Die direkten und indirekten sozialen Auswirkungen über Rollen hinweg und im Laufe der Zeit zu verstehen, ist eine strategische Chance nicht nur für die Entwicklung von Produkten und Dienstleitungen, sondern auch für das Risiko- und Finanzmanagement.


Dieses Beispiel einer DBA-Doktorarbeit stellt eine vorläufige Erklärung dar, die Wissenschaftlern dabei helfen kann, immer kohärentere und tiefgreifendere Theorien zu entwickeln. Eine einzige theoretische Veröffentlichung und ein neues Phänomen ist nicht das Ende, aber eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Vereinigung von Informationen aus unterschiedlichen Bereichen.


Je mehr die unterschiedlichen universitären Bereiche durch die Technik verknüpft werden, desto mehr werden Wissenschaftler neue Methoden und Ansätze anwenden müssen. Ein Beispiel für eine ITDTA-Methode zu erstellen, das das Verständnis und die Verbesserung einer Entdeckung innerhalb technologischer, unternehmerischer oder gesellschaftlicher Paradigmen oder über deren Grenzen hinweg erleichtert, ist ein wesentliches Ergebnis mit akademischem Nutzen.


Forschungsansatz


Der induktive Top-down Ansatz zur Theoriebildung setzt die Kohärenztheorie um, die insoweit auf Pragmatismus beruht, als dass der Theoretiker annimmt, dass die sensoriellen und konzeptuellen Darstellungen kohärent sind und die Erklärungen über allen alternativen Erklärungen stehen.

Der theoretische Hintergrund, auf dem das DBA-Forschungsbeispiel basiert, umfasst vier Säulen: Sozialverträglichkeit, systemisches Denken, Systemdynamik und stigmergische Informationssysteme.


Theorien des Computerdesigns für ein konzeptuelles Modell für ein Netz von Informationssystemen für soziale Nachhaltigkeit beinhalteten das starre positivistische philosophische Konzept, das Computeralgorithmen erforderlich machen, und das konstruktivistische philosophische Konzept, das Sozialwissenschaftler fordern. Die Anwendung einer pragmatischen Philosophie in der Forschung zum rechnergestützten Design innerhalb der sozial konstruierten Realität der sozialen Verträglichkeit machte ein Hin und Her zwischen der positivistischen und interpretativen philosophischen Wahrnehmung erforderlich.


ITDTA geht davon aus, dass die wissenschaftliche Fragestellung durch den Wunsch nach Problemlösung motiviert ist und dass die Aufmerksamkeit auf ein Problem oder einen Zweifel gerichtet ist. Die Widersprüche konzentrieren sich auf eine problemzentrierte, lösungsfokussierte, pragmatische Philosophie. Dieses philosophische Konzept wird durch wissenschaftliche Experimente getestet und gibt vor, nur gültig zu sein wenn es nützlich ist. Dieser Ansatz entspricht den Eigenschaften einer Theorie, die aus einer wissenschaftlichen Perspektive heraus als solide bezeichnet werden kann.


Forschungsmethode


Der induktive Top-down Ansatz zur Theoriebildung geht von einer zunächst sehr ungenauen Fragestellung aus, die mit der Zeit präzisiert wird, um ihren potentiellen wissenschaftlichen Beitrag zu entwickeln. Die Forschungsarbeit beginnt mit einer Studie der existierenden Literatur und verwendet daraufhin Abduktion, um praktische Herausforderungen oder Konflikte anzugehen, auf die die Literatur keine guten Antworten hat. Der Wissenschaftler sichtet Neuerscheinungen und erweitert sein Verständnis bis sich eine Theorie herauskristallisiert, die die üblichen Regeln generell beschreibt. Konflikte animieren Wissenschafter dazu, diese Probleme zu lösen oder die Situation zu klären (Shepherd & Sutcliffe, 2011). Die Forschungstätigkeit besteht darin, die Aufmerksamkeit auf die Informationen zu richten, damit die Theorie das Licht der Welt erblickt. Die Literatur ist der zyklische Referenzpunkt, um die Theorie auf die Probe zu stellen und zu verfeinern.

Zur Vertiefung


Aebi, C. (2022). DBA-Doktorarbeit: A Conceptual Model of a Stigmergic Information System Network for Social Sustainability: An Inductive Top-down Theorizing Approach. Business Science Institute, SKEMA Business School und iaelyon School of Management.

Shepherd, D. A., & Sutcliffe, K. M. (2011). Inductive Top-Down Theorizing: A Source of New Theories of Organization. Academy of Management Review, 36(2), S. 361-380.


Schlüsselwörter


Induktiver Top-down Ansatz zur Theoriebildung, interdisziplinäre Forschungsmethode, Informationssysteme für Daten der Sozialverträglichkeit


Comments


bottom of page